
Projektmanagement ist Projektmanagement - egal worum es geht, oder? "Ganz im Gegenteil" schließt eine Studie der RWTH Aachen, in der 400 F&E-Projekte unter die Effectuation-Lupe genommen wurden. Während sich in Projekten mit geringem Innovationsgrad die Tugenden traditionellen, kausalen Projektmanagements bewähren, sollten besonders innovative F&E-Projekte nach Effectuation organisiert werden. Mehr dazu im hier verlinkten Artikel aus Technologie & Management 3/2010.

Wie soll man Innovation im Unternehmen organisieren? Das ist natürlich eine Fangfrage - es gibt keine richtig-richtige, allgemeingültige Formel für gute Innovationsvorhaben. Was Nutzen bringt und gute Ergebnisse erzielt, ist kontextabhängig. Es gibt jedoch grundsätzlich unterschiedliche Arten, an Innovationsvorhaben heranzugehen. Je nach Herangehensweise wird man unterschiedliche Wirkungen und Nebenwirkungen erzielen. Zwei Extrembeispiele:
Die
Sie müssen in ungewissen Situationen Entscheidungen treffen und die Zukunft gestalten? Die Frage „Was soll ich als Nächstes tun?“ lässt sich mit einer Strategie viel einfacher beantworten als ohne. Im Artikel "Das PAVE-Modell für Entscheider" (
Was kann man von sehr erfahrenen Unternehmern lernen? In diesem
"Marketingverantwortliche müssen immer häufiger unter Unsicherheit entscheiden. Vielleicht können sie von erfolgreichen Unternehmern lernen, wie man auch ohne viele Daten gute Entscheidungen treffen kann." (Handelsblatt, 24.6.2009).
„Netzwerk Qualifizierung Tourismus“ (NQT) rückt den Personalproblemen in Tourismusbetrieben zu Leibe. Effectuation diente als methodische Basis für das innovative Projekt, das zwischen April 2008 und März 2009 abgewickelt wurde. Es ist gelungen, ein seit Jahren bekanntes und nur mangelhaft gelöstes Problemfeld sehr pragmatisch zu bearbeiten und mit Betroffenen ohne lähmende Analyse oder „reden über die Probleme“ ins Tun zu kommen.
"Ist ihr Umfeld noch so stabil, dass Sie die Zukunft auf Basis von Vergangenheitsdaten meistern können? Wenn nein: Hat ihr Unternehmen genug Effectuators, um mit der aktuellen Unsicherheit professionell umgehen zu können? Bekommen diese den Freiraum, mitunter Richtung Indien loszusegeln, um unterwegs Amerika zu entdecken?"
"Was die Sache für Führungskräfte interessant macht: Effectuation spielt kausale Logik in schwer einschätzbaren Situationen an die Wand und beruht auf lernbaren Prinzipien" (Qualitas 1-2009). Die aktuelle Ausgabe der Qualitas (führende Zeitschrift für Qualität und Entwicklung in Gesundheitseinrichtungen) widmet Effectuation drei volle Seiten.
Die International Academy of Entrepreneurship Education (IDEA) hat ein Master-Programm für die Gründerbegleitung ins Leben gerufen. Der "International Master in Entrepreneurship Education and Training - IMEET" wird seit 2008 gemeinsam mit einer Reihe von namhaften europäischen Universitäten und Business Schools durchgeführt. Effectuation ist wesentlicher Bestandteil des Curriculums.
„Da sich im Laufe des Projektfortschritts auch das Wissen der Beteiligten entwickelt, sind die zu Beginn fixierten Ziele wahrscheinlich nicht die richtigen“, so Helmut Berger (CONSIM) zu einer Grundproblematik im Management von Change-Projekten (Die Presse, 21.2.2009). Er schlägt vor, den kausalen Zugang aus dem klassischen Projektmanagement mit den Prinzipien der Effectuation zu verbinden. Mehr dazu im Presse-Artikel "
Sind Sie heute genau dort, wo Sie zu Silvester 2007 hin wollten? Nein? Waren es etwa nicht Ihre Ziele, die Sie dort hingeführt haben, wo Sie heute sind? Und Sie sind sogar froh darüber, dass Sie unterwegs Chancen genutzt haben, die Sie beim Weggehen noch nicht kannten? Stolz darauf, Schwierigkeiten und Turbulenzen nicht nur vermieden sondern zu ihrem Vorteil genutzt zu haben? Dankbar dafür, dass Sie sich von Anderen auf dem Weg beeinflussen ließen und dadurch wirklich Neues entdeckt haben? Aus Sicht herkömmlicher kausaler Logik, die uns nahe legt Prognosen zu machen und – schon bevor wir loslegen – ein möglichst klares Ziel zu haben, war das dann allerdings nicht besonders professionell.
Mittelorientiert statt zielorientiert vorgehen - das war der Schwerpunkt beim Vortrag "Effectuation - Denken und Handeln jenseits kausaler Logik" bei der CTC-Academy. Von "nicht kausal" ist es jedoch gedanklich nicht weit zu "nicht rational". Doch kausales Vorgehen setzt Prognosen der Zukunft voraus. Ist es nicht höchst rational, unter Anwendung von Effectuation auf kausale Prognosen zu verzichten, wenn sich die Zukunft der Vorhersehbarkeit entzieht? Dazu ein paar Gedanken und Beispiele im hier verlinkten Text: 


