a) Kausale Innovation
Am Anfang kausaler Innovationsprozesse steht die Ideenphase – die Phase möglichst freien Denkens. Je nach Unternehmenskultur sind alle Mitarbeiter oder nur die F&E-Abteilungen und Produktmanagerinnen eingeladen, am Ideenfindungsprozess mitzuwirken. Sobald mehrere Ideen auf dem Tisch liegen, beginnt der Wettbewerb um Ressourcen. Welche Idee ist es wert, verfolgt und umgesetzt zu werden? Die Ideen werden einer kritischen Prüfung unterzogen und müssen sich in einem sehr frühen Stadium am Papier als wertvoll argumentieren lassen. Dazu müssen eine Reihe von Annahmen getroffen werden, damit gezeigt werden kann, dass die Ideen umsetzbar (machbar) und lukrativ (vermarktbar) sind. Ideen, die nicht in das Kerngeschäft passen oder vielen Unbekannten und Unsicherheitsfaktoren behaftet sind, können frühzeitig ausgeschieden werden. Die Ideen, die sich unter kritischer Prüfung von Expertinnen am Papier bewähren, werden mit Mitteln zur weiteren Verfolgung ausgestattet. Wird sodann ein Innovationsprojekt gestartet, dann gelten ab diesem Punkt die Regeln des Projektmanagement.
b) Innovation nach Effectuation
Welche Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass innovative Ideen entstehen? Und wie lässt sich beurteilen, ob eine Idee Potenzial hat? Effectuation rückt zur Beantwortung dieser Fragen nicht objektives Wissen, sondern die handelnden Akteure ins Zentrum. Jeder kann auf Basis seiner Vorlieben, Erfahrungen und Fähigkeiten innovativ sein. Und ob eine Idee es wert ist, verfolgt zu werden, kann kaum von objektiven Experten-Gremien oder von Marktforschern beurteilt werden – das entscheiden Märkte. Innovatoren nach Effectuation tragen ihre Ideen daher zum frühest möglichen Zeitpunkt auf den Markt der Stakeholder. Dort muss eine Idee nicht als „gut“ bewertet werden, sondern sie muss dazu taugen, Stakeholder zu binden. Stakeholder sind zum Beispiel diejenigen, die zur Weiterentwicklung der Idee Mittel und Ziele beitragen oder die ein konkreten Nutzen erkennen. Während kausale Innovation auf Auswahl und Verfolgung einiger weniger Vorhaben beruht, startet Innovation nach Effectuation die Vorhaben, die durch das Commitment ihrer Stakeholder Zugkraft entwickeln. Die Betreiber der Vorhaben verdienen sich ihre Budgets nicht durch gute Pläne und rosige Vorhersagen, sondern über den Nachweis, dass in kleinen Schritten Neues und Wertvolles tatsächlich entsteht.
Preisfragen:
Welcher Ansatz trägt eher dazu bei, dass readikal Neues entsteht?
Welcher Ansatz ist kostengünstiger? Welcher motivierender für die Beteiligten?
Welche Rahmenbedingungen sind für a) bzw. b) jeweils hilfreich bzw. notwendig?
(Wie) kann man beide Ansätze sinnvoll kombinieren?
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