Dresscode21 setzt somit alles daran, ihren Markt selbst zu entwickeln, anstatt ihr vorherzusagen. Das weiß auch das Dresscode-Team und setzt Effectuation, virales Marketing und Open Innovation in der Unternehmensentwicklung ganz bewusst ein.
„Wir haben von Anfang an mit Leuten über unsere Idee und das Shirt gesprochen“ sagt Lundqvist über die Arbeit des letzten Jahres. Jetzt, zum Zeitpunkt der Eröffnung des Webshops, kennen und schätzen bereits viele Leute das Produkt und zwar von Slowenien bis Schweden. Bereits seit Monaten sind Prototypen im Umlauf und es gab zahllose Veränderungen am Design und am Material. Viele der Änderungen gehen auf die enge Zusammenarbeit mit potenziellen Kunden und Interessenten aber auch anderen Dresscode21 Stakeholdern zurück – den Produzenten in der Steiermark, einer Gruppe von Textilexperten der Universität Maribor und Menschen aus den Lebenswelten der Dresscode-Protagonisten. Durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern kommt Dresscode laut Lundqvist im operativen Geschäft „mit drei Mitarbeiterinnen drei Computern und einer Nähmaschine“ als einzige Assets aus. Der Enabler des Unternehmens ist der Innovation-Coach und Business-Angel Dr. Reinhard Willfort.
Lundquist zur Arbeit mit dem Stakeholder-Netzwerk: „Wir haben das Bild einer Dresscode Family, bei deren Zusammentreffen nicht nur unsere Probleme rasch und direkt gelöst werden. Auch Prozesse, die nichts mit Dresscode21 zu tun haben, kommen dabei in Gang.“ Die Dresscode21 Family baut auf bestehende Netzwerke: Geschäftspartner aus anderen Projekten, Freunde, Verwandte, Bekannte. Menschen, die sich auf Veranstaltungen treffen und natürlich zukünftige Kunden. Denn ganz im Sinne von Effectuation selektieren sich die passenden Stakeholder selbst, indem Sie ihre Mittel einbringen oder gemeinsame Ziele vereinbaren. Laut Lundqvist’s Erfahrung kann „jeder Termin, jedes Gespräch etwas bringen und sich als wertvoll herausstellen. Es ist fast egal, wen man trifft – man weiß auch nie, wer ein Verwandter oder Freund von jemandem ist …“.
In Effectuation-Sprache würde man sagen: Zufälle und Umstände bestimmen, welche Mittel zu welchen Zielen kombiniert werden - also wo es wann lang geht. So wird Dresscode demnächst erste Schritte in Richtung User-generated Product Design unternehmen. Diese Idee bestand von Anfang an, doch die Unstände bestimmen, dass es Zeit zur Umsetzung ist. „Reinhard Willfort hat da jetzt zufällig jemand in einem anderen Projekt kennen gelernt, der das Thema für uns auch softwaretechnisch umsetzten kann und möchte.“ Zufälle dieser Art könnte ein kausaler Projektplan nicht leisten. Die Basis dafür ist die offene Innovationskultur bei Dresscode21, für die Effectuation den Rahmen bildet.
„Ich war schon öfters überrascht, wer die Hemden mag und welche Ideen diese Menschen haben.“ Für die Weiterentwicklung des Zielgruppen-Konzepts von Dresscode ist es für Lundqvist mit der Eröffnung des Webshops extrem wichtig zu analysieren, wer die ersten Käufer sind. Denn der Markt sind nach Effectuation nicht die, die man durch Befragungen und Marketingmeetings analysiert, sondern die, die tatsächlich kaufen und damit den Gang des Unternehmens mitbestimmen. „Unsere Mission ist es, das Dresscode21 Business Shirt als Alternative zu Hemd&Krawatte weltweit zu vermarkten und damit einen neuen Lifestile zu schaffen“. Der Weg von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt hat dank Effectuation nur 10 Monate gedauert. Das erste verkaufte Business Shirt war ein wichtiger Meilenstein und wurde natürlich anständig gefeiert!

link: www.dresscode21.com